Zwischen Ökobilanz und individueller Fortbewegung.

Youngtimer als Alternative im mobilen Alltag.

In Zeiten, in denen man humoristisch den Eindruck gewinnen könnte, Autos könnten ohne eine Unmasse technischer Assistenten noch nicht einmal mehr geradeaus fahren, stellen Youngtimer liebenswerte Alternativen dar. Youngtimer, also Automobile, die über 20 Jahre alt, aber das H-Kennzeichen noch nicht zwingend erreicht haben müssen, haben ihren Reiz. Chicer Kult, alternativer Livestyle oder Spardose – die Liste möglicher Gründe kann lang werden. Technisch ist in der Regel bereits alles an Board, was Sicherheitsbedenken obsolet macht: ABS und Airbag, Knautschzone und Seitenaufprallschutz sind keine Erfindungen der letzten fünf Jahre. Und auch die Verbräuche sind immer noch zeitgemäß und G-Kat Serienstandart oder längst nachgerüstet. Einzig alternde Diesel haben mitunter eine Diskrepanz zu den sprießenden Umweltzonen unserer Städte, wenn es für sie keine Partikelfilter-Nachrüstungen gibt.

Dabei sieht die Ökobilanz, unpolitisch betrachtet, erst nach einer langjährigen Nutzungszeit wirklich gut aus, denn die hauptsächliche Belastung der Umwelt entsteht bei der Produktion des Automobils: Rohstoffresourcen, Industrieschadstoffe und Abgase treiben erst einmal jeden Neuwagen – Plakettenkirmes in der Frontscheibe hin, Steuersubvention her – ins ökologische Minus. Wunderbar also, wenn das Mobil dann Jahrzehnte nutzbar ist und seinem eigentlichen Zweck nachkommt!

Billig ist die Anschaffung eines Youngtimer als Alternative zum Neuwagen nicht unbedingt, denn reichlich Modelle der späten Achtziger und Neunziger Jahre sind schon längst auf Klassiker-Kurs. Dennoch, blendet man einige Sportwagen-Ikonen der Superlative einmal aus: der Markt gibt genügend lohnenswerte und uneingeschränkt alltagstaugliche Fahrzeuge aller Gattungen her!

Youngtimer als Alternative

Mercedes-Benz E 500 Limited (W 124) (Bild: Daimler.com)

Wirtschaftlich sinnvoll kann die Überlegung hin zum Youngtimer als Alternative zum Neuwagen allemal sein, zumindest, wenn man sich nicht unbedingt ein runtergerittenes Verbrauchtfahrzeug im Endstadium ins Auge gefasst hat.

Ein feiner Mercedes Kombi der Baureihe W124 zum Beispiel, wartet mit einer zeitlosen Linie des Stuttgarter Designchefs Bruno Sacco auf, besitzt unproblematische und langlebige Technik und bietet Fahrkomfort, der definitiv nicht unzeitgemäß ist. Platz für Kind und Kegel, günstige Wartungskosten und perfekte Teileversorgung machen ihn für junge Familien ungemein attraktiv. Selbst in bestem Zustand, gepaart mit voll gestempelten Checkheft, langer Extraliste und humanem Kilometerstand kostet er selten mehr als ein fabrikneuer Dacia Logan. Cooler finden ihn die Nachbarn allemal! Bekommt der schwäbische Schnelllastkombi nun auch noch ein Mindestmaß an Pflege in den kommenden Jahren, hält er ewig und – wenn er dann doch mal wieder verkauft werden soll – dürfte sein Anschaffungspreis locker wieder erzielbar sein, während der neuzeitliche Dicount-Kombi voraussichtlich beim Fähnchenhändler abgegeben wird.

Text: Ingolf Gottstein

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