GP Ice Race: Nach 45 Jahren Pause kehrt ein Mega-Event zurück

Es herschten eisige Temperaturen zwischen zwischen -14 und -19 Grad. Zum GP Ice Race in Zell am See traf sich vom 18. bis 20. Januar 2019 so ziemlich alles, was in der Motorsportszene Rang und Namen hat. Dazu ein traumhaftes Alpenpanorama und Rennboliden aus den letzten neun Jahrzehnten. Es war ein gelungener Auftakt für ein fast vergessenes Event im sonst eher beschaulichen Wintersportort Zell am See.

Ford Escort Ice Race Youngtimer Expo

Ford Escort im Fahrerlager

Internationale Prominenz, ambitionierte Privatteams und rund 8.000 begeisterte Zuschauer sind der Einladung aus dem Hause Porsche und Greger gefolgt und belebten das bis 1974 ausgetragene Motorfestival auf Eis und Schnee neu. Youngtimer Expo hat sich für Euch unter den schnellen Schneezirkus gemischt. „Als wir die Idee hatten, das von 1937 bis 1974 veranstaltete Eisrennen mit einem neuen Konzept wiederzubeleben, haben wir uns dieses Teilnehmerinteresse nicht träumen lassen. Wir sind von der Resonanz auf unsere erste Veranstaltung schlichtweg überwältigt.“, bilanziert Mitinitiator Ferdinand Porsche die Neuauflage des GP Ice Race.

Hans-Joachim Stuck beim Ice Race

Bester Laune: Hans-Joachim Stuck beim Ice Race

Die Mischung aus großer Modellvielfalt im privaten Fahrerlager bis hin zu herstellerseitig gestellten historischen Rallyefahrzeugen war auch etwas Besonders. Dazu gesellten sich noch Motorsportgrößen wie Mark Webber, Romain Dumas, René Rast, Daniel Abt und Walter Röhrl. Und Jochi Kleint drehte mit Hans-Joachim Stuck auf der 600m langen Eisstrecke derweil seine Runden. So geballt und so hautnah erlebt man solche Stars selten. Vor allem wenn sie dann noch so nahbar und menschlich rüber kommen.

Bisher fehlte es im Januar an Rennsportveranstaltungen

WRC2-Weltmeister Jan Kopecký im Skoda Fabia R5, Ice Race

WRC2-Weltmeister Jan Kopecký überzeugte im Skoda Fabia R5

Das Konzept der Veranstalter, hochkarätige Rennfahrer gemeinsam mit ambitionierten Privatfahrern auf die gleiche Strecke zu lassen, hat nicht nur ein authentisches Motorfestival wiederbelebt. Es enstand auch ein großes Gemeinschaftsgefühl. In dieser Form auf anderen Veranstaltungen nicht gegeben ist. Trotz klirrender Kälte war die Begeisterung für die teils recht spektakulären Showeinlagen auf Eis daher ungebrochen. Insbesondere der WRC2-Weltmeister Jan Kopecký konnte im Skoda Fabia R5 an allen Tagen beeindrucken. Er sicherte sich am Ende dann auch den Klassen- und Gesamtsieg.

Martini Porsche 911 SC beim Ice Race

Martini Porsche 911 SC

Doch Finisherzeiten oder „best laps“ sollten an diesem Wochenende nicht Top 1 der Agenda stellen. Es ging vielmehr um die Idee, dem Motorsport bereits zum Jahresbeginn ein neues Zuhause zu geben. Dabei wurde der 2017er DTM-Champion René Rast mit seinem Audi RS5 DTM ebenso bejubelt wie Formel E-Pilot Daniel Abt in dem Weltmeisterschaftswagen Audi e-tron FE04.

Einer der Publikumsmagneten unter den gemeldeten historischen Fahrzeugen war der einzigartige Martini BMW 700. Ein weiterer der sogenannte „Fetzenflieger“, der von Rennfahrer Otto Mathé 1952 entwickelt wurde. Hierbei handelt es sich um einen  Rennroadster mit 490 Kilogramm Leergewicht und einem 130 PS starken 1,5-Liter Porsche-Motor.

VW Golf 2 Ice Race

VW Golf 2

Fazit: Mit der Wiederentdeckung des Ice Race in Zell am See haben die Initiatoren Vinzenz Greger und Ferdinand Porsche nicht nur eine Veranstaltung mit Potential wiederbelebt sondern auch eine Lücke im Kalender geschlossen. Denn bisher fehlte es im Januar in der Tat an relevanten Veranstaltungen. Starter- als auch Zuschauer würden sich eine Zweitauflage zum Jahresbeginn auf jeden Fall wünschen und – wir wären dann auch gern wieder dabei!